Hochbeete für den Reitbahnweg

Vereine und Unternehmen engagieren sich

Als Oberbürgermeister Silvio Witt 2017 mit der Bürgersprechstunde im Reitbahnviertel zu Gast war, wurde der Wunsch geäußert, die Wiese an der Passage hinter dem JobCenter zu beleben. Wie kann man aus einer Wiesenbrache einen Ort der Begegnung machen und optisch aufwerten? Dieser Frage nahm sich das benachbarte BIWAQ-Projektbüro „NordStart NB“ an. Als erstes wurde der Kontakt zum städtischen Eigenbetrieb SIM hergestellt, hier fanden wir sofort offenen Ohren und Partner. Andreas Vogel und Jan Brauns kamen zum Vor-Ort-Termin in das Reitbahnviertel, gaben grünes Licht zur Umgestaltung der Wiese und sagten konkrete Unterstützung zu. Daraufhin erarbeiteten wir einen Stufenplan zur schrittweisen Entwicklung des Projektes, der folgende Schritte vorsieht:

  1. Herbstbepflanzung der Wiese mit Frühjahrsblühern, um ein erstes optisches
  2. Zeichen zu setzen, Aufstellung und Bepflanzung von drei Hochbeeten als kleinen Bürgergarten, Durchführung einer Ideenwerkstatt für Anwohner, um Wünsche und Anregungen in das Projekt mit einfließen zu lassen,
  3. Ansiedlung von Bienenvölkern und die Aussaat von Blühwiese zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für Insekten und Bienen sowie zur optischen Aufwertung der Fläche.

Partner für das Projekt wurden schnell gefunden: das Quartiersmanagement Neubrandenburg sowie die BUNDjugend NB sagten ihr Unterstützung zu. So wurden zum ersten Pflanzfest im Oktober 2017 mit Unterstützung eines anonymen Spenders über 2.500 Blumenzwiebeln gepflanzt, die Stadt Neubrandenburg spendierte mehrere Sträucher und stellte Arbeitsmittel zur Verfügung und pflanzte eine Esskastanie. Natürlich funktioniert so ein Projekt nur mit Hilfe  der Vermieter im Quartier: für die NEUWOGES.img und Neuwoba eine Frage der Selbstverständlichkeit.

Für Schritt 2 bot sich der stadtweite Frühjahrsputz am 14. April an und setzte eine logistische Kette in Gang: NordStart NB, Quartiersmanagement, BUNDjugend, die OASE im Reitbahnviertel, der AWO JMD und andere bastelten gemeinsam Samentütchen als originelle Einladung zum Wiesenfest. Die Samen für 1 ha Blühwiese spendete die HaGe Nord AG. So weit so gut, aber wo bekommt man Hochbeete her? Von der Holzwerkstatt der Kolping Initiative! Die Finanzierung wurde beim  Verfügungsfonds „Die Soziale Stadt“ beantragt und bereitgestellt. Hochbeete müssen aber befüllt werden: drei verschieden Schichtungen sind notwendig, von Grobschnitt über Hackschnitzel bis zum Mutterboden. Gut, dass der Koordinator des Gewerbegebietsmanagements des Industriegeländes, Michael Nötzel, sein Büro in der Kiez-Akademie von „NordStart NB“ hat. Er stellte den Kontakt zur biotherm Services GmbH her, die uns umgehend die benötigten Materialien kostenlos zur Verfügung stellte. Daraus ergab sich aber das nächste Problem: Wie bekommt man 3 m3 Biomasse von der Warliner Straße in die Passage am Reitbahnweg? Ein Anruf beim Regenbogen e. V. und René Haak sagte sofort seine Hilfe zu. Drei Fuhren waren notwendig, dann war alles vorbereitet für den 14. April.

Für ein Wiesen- und Pflanzfest benötigt man natürlich Musik und Musik benötigt Strom. Der Friseur-Salon Birgit Faesel half nun schon ein zweites Mal und spendierte eine Steckdose für die Musik-Anlage, die Stadtfanfaren Neubrandenburg und Anwohner brachten die Samentütchen von der Einladung vorbei und säten sie auf der Wiese aus. In drei Stunden war dann alles erledigt: die drei Hochbeete stehen frisch befüllt auf der Wiese und können nun bepflanzt werden.