Geduld ist der Schlüssel zum Glück

Wie oft musste der Syrer Saer Khubbieh dieses Wort schon hören: GEDULD. Keine Deutschkenntnisse?  Haben Sie Geduld, das kommt. Keine Arbeit? Haben Sie etwas Geduld, das wird schon. Die Familie noch nicht im Nachzug? Mit Geduld kaum zu ertragen…

Wir lernten Saer Khubbieh 2015 in einem unserer Deutschkursangebote kennen und konnten ihn für unser Projekt NordStart NB gewinnen. Er lernt immer fleißig, ist höflich, engagiert und interessiert. Und nun fast drei Jahre später? Es ist viel Zeit und vor allem – Geduld – vergangen und vieles passiert.

Saer Khubbieh war in Syrien Geschäftsmann einer Textilfabrik und hat in Deutschland einen eigenen arabischen Lebensmittelladen eröffnet – dazu gratulieren wir recht herzlich. Saer Khubbieh gründete gemeinsam mit anderen Landsleuten den Verein „Syrisches Haus“ mit dem Ziel, die Bekanntschaft zwischen den Syrern und den Neubrandenburgern zu verbessern, die Kommunikation zu erleichtern, die soziale Rolle und die positive Integration der Syrer in der deutschen Gesellschaft zu aktivieren. Seine Frau arbeitet in Neubrandenburg als Architektin, die Kinder lernen fleißig in der Schule oder im Kindergarten und der „Große“ möchte schnellst möglich eine Ausbildung beginnen.

Seit April nimmt Saer Khubbieh gemeinsam mit einer weiteren Projektteilnehmerin und der NordStart-Projektmitarbeiterin Bianca Starck an einem Landesprojekt teil. Es geht um die Qualifizierung zum Integrationsbegleiter in Schwerin. Im November wird er bei einer Fachtagung zur Integrationspolitik seine Teilnahmebescheinigung erhalten. Inhaltliche Schwerpunkte der Qualifizierung sind:  Flüchtlings- und Integrationspolitik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, die psychologische Seite der Migration – interkulturelle Öffnung, Integrationsförderung Geflüchteter- von der Kita bis zur Arbeit und interkulturelle Kommunikation, Konflikttraining und Supervision.

Am Dienstag nach Pfingsten öffnete er die Türen zu seinem arabischen Lebensmittelladen. Seine größten Hürden und Schwierigkeiten, sagt Saer Khubbieh, sei anfangs die Sprache, aber vor allem die viele Bürokratie gewesen. Umso dankbarer ist er für die vielen Hilfestellungen, die er erhalten hat – sei es durch Projektmitarbeiter von NordStart NB , der AWO, Herrn Kunzemann u.a. Nun möchte er sich engagieren, indem er selbst einen Verein gründet und an einer Weiterbildung zum Integrationsbegleiter teilnimmt, um anderen zu helfen, die Hilfe benötigen.

Sein großer Wunsch, sein nächstes Ziel, ist es, wieder ein Textilgeschäft zu betreiben. Mit der Eröffnung des arabischen Ladens auf dem Datzeberg hat er damit einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan.

Rita Timm, ebenfalls NordStart-Projektmitarbeiterin, ist stolz auf das Geschaffene und freut sich über diese gelungene Integration. Wie man sieht: Geduld ist der Schlüssel zum Glück.