Farben vertreiben Langeweile

Aus der Untätigkeit heraus, der Langenweile im grauen Plattenbau, sind farbenfrohe Landschaften entstanden. Arbeiten durfte der ukrainische Flüchtling Mikael Wardanow bisher nicht. Trotzdem wollte er etwas Sinnvolles tun und so besorgte er sich Farben, Leinwände und legte los. Das Ergebnis konnten die Besucher bei der zweiten Vernissage von Kunst im Kiez in der Kiez-Akademie betrachten. Das Projektbüro von „NordStart NB“ hat sich wieder in eine Galerie verwandelt und viele Freunde des Künstlers, aber auch staunende Anwohner, schauten herein und genossen die Atmosphäre. Als Jugendlicher hat Mikael Wardanow seine Freude und Begabung für das Malen entdeckt. Dann legte er den Pinsel lange aus der Hand, weil sich mit der Kunst keine Familie ernähren ließ. Erst in Deutschland, wohin er mit seiner Frau und den beiden Kindern 2014 flüchtete, blühte das Malen wieder auf. Auch das Schnitzen betreibt er mit großer Freude. Bis zum Februar sind seine Landschaften noch in der Kiez-Akademie zu sehen. Dann folgt schon der nächste Künstler, denn Kunst im Kiez soll eine dauerhafte Veranstaltungsreihe sein.